Kreisfeuerwehrverbandsversammlung 2011 in Wagenfeld

Kamerad Klaus Mangels aus der Samtgemeinde Rehden erhält Feuerwehrehrenkreuz in Gold des DFV
Wagenfeld (mt) – Die Kreisfeuerwehrverbandsversammlung des KFV Diepholz begann am 18.06.2011 pünktlich um 8.30 Uhr in der Kaiserhalle in Wagenfeld. 211 der 305 stimmberechtigten Mitglieder waren anwesend, aber auch zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und anderen Hilfsorganisationen hatten sich so früh am Samstagmorgen auf den Weg nach Wagenfeld gemacht. Zu Beginn der Versammlung wurde zunächst eine Dienstbesprechung der Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister durchgeführt. Dies ist der dienstliche Teil an diesem Versammlungstag. Kreisbrandmeister Carsten Schlung begrüßte die anwesenden Kameraden und Gäste herzlich und stellte seinen Jahresbericht vor.
Mit 4987 Mitgliedern in den aktiven Einsatzabteilungen war die Mitgliederzahl in 2010 erstmals unter 5000 gefallen, berichtete Carsten Schlung. 76 Mitglieder weniger als im Berichtsjahr 2009 waren zu verzeichnen. Sicher keine große Zahl, wie Schlung weiter ausführte, aber dennoch eine Tendenz die wir im Auge behalten müssen. Den Großbrand bei der Fa. Comte in Sulingen am 08.01.2011 hob Schlung als den größten Einsatz seit der letzten Verbandsversammlung hervor. Über 500 Einsatzkräfte waren insgesamt 4020 Stunden mit der Abarbeitung des Einsatzes beschäftigt gewesen.
Nicht nur der Einsatz bei Comte, sondern auch weitere Großschadenlagen im Landkreis und darüber hinaus haben im letzten Jahr gezeigt, dass die Kreisfeuerwehr mit Ihren Kreisfeuerwehrbereitschaften und Technischen Einsatzleitungen gut aufgestellt und einsatzbereit ist. Die Fernmeldestelle im StabHVB und der Dekon-Zug (früher ABC Zug) komplettieren die Einsatzabteilungen der Kreisfeuerwehr.
Aber auch die Kreisfeuerwehrküche hat im vergangenen Jahr wieder hervorragende Arbeit gemacht und ist inzwischen auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. Sie rückte z.B. im Rahmen des Einsatzes der Kreisfeuerwehrbereitschaft beim Hochwassereinsatz in Osnabrück mit aus und sorgte so wieder einmal durch die Bereitstellungen von Mahlzeiten und Getränken für die gute Motivation in der Mannschaft während des Einsatzes. Aber auch beim Großbrand in Sulingen war die Küche tätig geworden. Insgesamt wurden 2011 bei allen Veranstaltungen über knapp 55.000 Essen ausgegeben.
Auch auf das Thema Digitalfunk ging der Kreisbrandmeister in seinem Bericht ein. Die Feuerwehren im Landkreis Diepholz haben sich aktiv für eine Beteiligung am erweiterten Probebetrieb ausgesprochen und alle gemeinsam bringen das Thema mit viel Energie voran. Neben den Kommunen, die die Endgeräte im Rahmen der 2. Endgeräteausschreibung beschafft haben ist vor allem die Kreisausbildung sehr aktiv dabei und hat bereits die ersten Endanwenderschulungen abgeschlossen. Dieses Engagement geht auch unvermindert weiter, auch wenn sich über den OPTA-Erlass die gesamte Funkrufnamensystematik noch einmal verändern und damit den Abruf der Endgeräte verzögern könne.
Zum Thema Feuerwehrverordnung wies Carsten Schlung auf die am 01.06.2011 in Kraft getretene Ergänzung hin und erklärte die Probleme die mit der Einführung entstanden waren. Konnexität war hier das Schlagwort. Die Richtung in die das Thema gegangen sei, ist aus Sicht der Kreisfeuerwehr bedenklich, so Carsten Schlung. Schließlich steht zurzeit die Novellierung des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes vor der Tür. Es bleibt zu hoffen, dass die Vorgehensweise im Falle der Feuerwehrverordnung nicht Schule macht und damit der wichtigen Novellierung des Brandschutzgesetzes von vorneherein viele Wege und Möglichkeiten blockiert.
Der Kreisbrandmeister merkte ebenfalls zu dem Thema an, dass die Kommunen ohne Schwerpunktfeuerwehr trotzdem genau überlegen sollten, ob der Einsatzleiter ohne das wichtige Führungsmittel „Einsatzleitwagen“ auskomme, unabhängig davon, dass die ELW Regelung , konnexitätsbedingt, zu einer „kann-Regelung“ umformuliert wurde.
Im Bereich der Jugendfeuerwehren konnte Kreisjugendfeuerwehrwart Lars Genthe über die erfreuliche Entwicklung im Bereich der Kinderfeuerwehren berichten. Bereits 7 Kinderfeuerwehren gibt es im Landkreis und in vielen Städten und Kommunen gibt es bereits sehr konkrete Planungen. Aus diesem Grund hat die Kreisjugendfeuerwehr für den Bereich Kinderfeuerwehren einen eigenen Fachbereich gegründet der mit der Fachbereichsleiterin Iris Specht eine kompetente Ansprechpartnerin erhalten hat. 1612 Jugendliche sind zurzeit in den 55 Jugendfeuerwehren aktiv, davon 1022 Jungen und 590 Mädchen. 97 Jugendliche waren im vergangenen Jahr in die aktiven Einsatzabteilungen übergetreten. Ein Beweis dafür, wie wichtig die Jugendarbeit zur Mitgliedergewinnung für die Freiwilligen Feuerwehren ist.
Die Gefahrgutstaffeln und Führungskräfte des Landkreises bekommen zukünftig die Unterstützung von zwei Fachberatern Gefahrgut. Der Landrat Gerd Stötzel überreichte den Kameraden Ingo Arnold und Dr. Hauke Malz ihre Ernennungsurkunden. Ingo Arnold aus Sudweyhe ist für den Brandschutzabschnitt Nord und Dr. Hauke Malz aus Diepholz für den Brandschutzabschnitt Süd zuständig.
Anschließend folgte der Verbandsteil mit dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Dieter Berg. Im vergangenen Jahr haben alle Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes an diversen Terminen teilgenommen um das Meinungsbild der Feuerwehren des Landkreises nach außen zu vertreten. Nicht nur Pläne der Landesregierung, sondern auch zunehmend Bundes- oder Europaentscheidungen gilt es zu bewerten, zu bearbeiten und zu diskutieren. Große Themen sind dabei der demografische Wandel, die Auswirkungen der europäischen Ideen zum Arbeitsschutzgesetz, die Abschaffung der Freistellung vom Wehrdienst und die Änderungen an der Feuerwehrverordnung und dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz.
Die eigenen Bereiche Feuerwehrmusik, Brandschutzerziehung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kameradschaftsbund und Frauen in der Feuerwehr arbeiten nach Aussage des Vorsitzenden hervorragend. Alle Positionen sind mit engagierten Kameraden und Kameradinnen besetzt, die ihre Ämter mit Leben ausfüllen.
In der Brandschutzerziehung sind im Landkreis zurzeit 40 Brandschutzerzieher und Brandschutzerzieherinnen tätig, wusste der Kreisbrandschutzerzieher Uwe Sitas zu berichten. Diese haben zusammen mit anderen Helfern aus den Ortsfeuerwehren insgesamt 3684 Kinder und Jugendliche den Brandschutz näher gebracht. Der Schreibwettbewerb „Mit flinker Feder gegen Feuer und Flamme“ war ein großer Erfolg. Insgesamt 27 Schulen und über 1000 Kinder hatten sich daran beteiligt.
Der Kreiskameradschaftsälteste Bernhard Jürgens aus Twistringen kann in seinen Kreisen weiter Mitgliederzuwächse verzeichnen. 1898 Mitglieder gehören dem Kameradschaftsbund ehemals aktiver Kameraden inzwischen an. Neben den Versammlungen auf Kreisebene und einer für alle organisierten Kohltour hatte man auch 2010 wieder viele gemeinsame Reisen unternommen. U.a. ging es nach Berlin, in die Eiffel zum Nürburgring und nach Österreich. Ebenfalls hervorragend angenommen wurde die 14 tägige Ostseekreuzfahrt auf der AIDA Blue.
Die Feuerwehrmusik hat insgesamt 5 Gruppen im Landkreis. In Rüssen und Bruchhausen-Vilsen sind Musikzüge aktiv, in Dimhausen, Bassum und Wehrbleck Spielmannzüge. Der Musikzug aus Bruchhausen-Vilsen war während der Veranstaltung anwesend und lockerte diese durch einige schöne Stücke auf. Auch der Geburtstag von dem Fachberater Gefahrgut Dr. Hauke Malz an diesem Tage wurde vom Musikzug mit einem entsprechenden Ständchen gewürdigt. 116 Auftritte hatten die Feuerwehrmusiker im vergangenen Jahr.
Die anwesenden Kameraden Alfred Meyer (Stuhr), Günther Rödenbeck (Barnstorf) und Klaus Mangels (Rehden) wurden nach den Berichten durch die Versammlung zu Ehrenmitgliedern des Kreisfeuerwehrverbandes gewählt. Alle drei waren vorher als Gemeindebrandmeister Mitglied im Vorstand gewesen und waren wegen der Erreichung der Altersgrenze im vergangenen Jahr aus dem Amt ausgeschieden. Die Leistungen der drei sowie einiger anderen Mitglieder wurden bei den anschließenden Ehrungen gewürdigt.
Für die geleistete Arbeit in der Kreisfeuerwehr erhielten die Kameraden, die 2010 ihre Ämter innerhalb der Kreisfeuerwehr abgegeben hatten, als Dank die Armbanduhr des KFV. Die Kameraden Heino Witte (Wagenfeld), Dirk Kothrade (Bassum) und Wilhelm Albers (Schwaförden) erhielten die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber, Alfred Meyer (Stuhr) in Gold. Günther Rödenbeck (Barnstorf) und Axel Bodenstab (Siedenburg) wurden von Dieter Berg mit dem Ehrenkreuz in Silber des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet, der Kamerad Klaus Mangels (Rehden) erhielt das Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes. Thomas Erdt (Stuhr), der am Versammlungstag nicht anwesend sein konnte wurde am darauffolgenden Sonntag im Rahmen der Kreiswettbewerbe ebenfalls mit der Ehrennadel in Silber des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen ausgezeichnet.
In seinem Grußwort blickte der Landrat Gerd Stötzel auf die Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zurück, da es für ihn die letzte Sitzung in dieser Position gewesen ist. Bei der anstehenden Wahl tritt er nicht wieder an. Man habe viele Dinge gemeinsam auf die Beine gestellt und auch schwierige Situationen gemeinsam gemeistert. Die Wichtigkeit der Feuerwehren für die Lebensqualität und das Allgemeinwohl war ihm dabei stets bewusst. Effektiver Brandschutz sei nicht nur wichtig um Leben zu retten und damit das unmittelbare Leid von Menschen abzuhalten, sondern auch die mittelbaren Konsequenzen sind nur schwer zu bewerten, wenn man alleine an einen funktionierenden Versicherungsschutz denke, der nur aufrecht erhalten werden kann, wenn die Feuerwehren und andere Hilfsorganisationen die Schäden so gering wie möglich halten.
Der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Klare erklärte in seinem Grußwort noch einmal, dass die Politik ihren Anteil dazu beitragen wolle, um das ehrenamtliche Feuerwehrwesen auch in der EU klar hervorzuheben und zu schützen. Als Landkreisbürger freue er sich, dass die Feuerwehr so gut aufgestellt ist und die Bürgerinnen und Bürger ruhig schlafen können.
Als Vertreter der Bürgermeisterkonferenz berichtete Wilhelm Bäker, dass das Bemühen der Verwaltungen um eine Anhebung der Altersgrenze weitergehen werde. Ein weiteres Thema für die Verwaltungen seien die Bemühungen Arbeitgeber im Landkreis davon zu überzeugen bevorzugt Feuerwehrleute einzustellen.
In Sachen Katastrophenschutz bescheinigte der Leiter der Abteilung 2 (Verwaltung) der Polizeidirektion Oldenburg Jürgen Grüll, zu dessen Aufgabengebiet auch der Katastrophenschutz gehört, dem Landkreis einem guten Stand. Einzigartig innerhalb der Polizeidirektion sei vor allem der Ausbildungsstand des Stabes HVB, der sich in mehreren Schulungen an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler ausbilden lassen und dieses Wissen in mehreren Stabsübungen verfestigt hatte.
In seinem Schlusswort ging des stellv. Vorsitzende Michael Wessels noch einmal auf die Herausforderungen durch den demografischen Wandel ein. Er gab den Kameraden mit auf den Weg, dass Sie sich nicht nur auf ein Handlungsfeld, wie z.B. die Gründung einer Kinderfeuerwehr verlassen sollen. Vielmehr müsse an allen Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden, um dem Problem entgegenzuwirken.
Die Veranstaltung endete mit dem Schlusswort des stellv. Vorsitzenden Michael Wessels, der alle Anwesenden im Anschluss noch einlud, noch auf dem benachbarten Wettbewerbsgelände vorbeizuschauen.
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